Schematherapie

 Ich arbeite auf der Grundlage schematherapeutischer Psychotherapie (nach Jeffrey Young). Sie zählt zur sogenannten dritten Welle der kognitiv-verhaltenstherapeutischen Therapien und erweitert die Methoden der kognitiven Therapie um Elemente psychodynamischer Konzepte und anderer etablierter psychologischer Theorien und Therapieverfahren wie der Objektbeziehungstheorie, der Transaktionsanalyse, der Hypnotherapie und der Gestalttherapie.

Die Schematherapie geht davon aus, dass es bestimmte erlernte Grundschemata gibt, die darauf abzielen, die seelischen Grundbedürfnisse zu befriedigen und hierzu das Verhalten von Menschen steuern.

 

Was ist ein Schema? - neurobiologische Grundlagen (nach E. Roediger)
Sinnesreize führen zu Erlebnissen. Dabei ist im Gehirn ein bestimmtes Muster von Nervenzellen gleichzeitig aktiv. Ist das Erlebnis emotional bedeutsam und tritt intensiv, lange anhaltend oder wiederholt auf, werden die aktivierten Neuronen besser miteinander verbunden. Das führt dazu, dass beim späteren Eintreffen eines ähnlichen Reizes dieser Zellverband bereit ist, schneller und leichter aktiviert zu werden. Aus einem vorübergehenden Erlebnis ist eine körperliche Struktur geworden, die unser weiteres Erleben und Verhalten in die angelegten Bahnen lenken möchte. In der Synergetik spricht man von Attraktoren. Sie sind die Grundlage allen Lernens und der Gewohnheitsbildung. Dadurch tritt das einmal angelegte Erleben und Verhalten immer häufiger und automatischer auf: „Man sieht was man kennt und tut was man kann“. Diese verhaltenssteuernden inneren Strukturen kann man aus psychologischer Sicht ein Schema nennen. Schemata können nur verändert werden, wenn sie aktiviert sind (Expositionsprinzip) und dabei durch neue Erlebnisse neue Erfahrungen zunächst gemacht und dann durch Übung „eingebrannt“ werden (Trainingsprinzip). Das geschieht in einer Schematherapie. Durch bewusste Aktivitäten in der Hirnrinde wird dabei „top down“ die spontan („bottom up“) aktivierten Muster und Erlebensweisen eingewirkt, die automatisierten alten Reaktionsweisen werden gehemmt und neue Reaktionen eingeübt. Damit sind die alten Muster nicht weg, aber sie beeinflussen nicht mehr so stark das gegenwärtige.

  

Bewältigungsversuche (Copingstrategien) (nach E. Roediger)

Wesentliche negative emotionale Schemata werden schon in früher Kindheit und Jugend angelegt, wenn die Grundbedürfnisse des Kindes nicht befriedigt werden. Um unangenehme Erlebnisse möglichst zu verhindern und einen Kompromiss zwischen den Grundbedürfnissen und den verinnerlichtern Erwartungen der Eltern zu schaffen entwickeln wir Bewältigungs- bzw. Copingstrategien, die ebenfalls wie die Schemata eingebrannt werden. Je nach der persönlichen Veranlagung und den Beziehungserfahrungen können diese einen eher unterordnend-erduldenden, einen gefühlsabspaltend-vermeidenden oder einen kämpferisch-überkompensierenden Charakter haben und stellen damit Ausgestaltungen der biologisch angelegten‚Unterwerfungs-, Flucht- bzw. Erstarrungs- oder Kampfbereitschaft dar. Auch die Bewältigungsversuche werden zur Gewohnheit, d.h. bilden Attraktoren und neigen dazu, sich selbst aufrechtzuerhalten. Dadurch besteht die Tendenz, aktuelle Probleme im Erwachsenenleben mit in der Kindheit entwickelten Lösungsstrategien anzugehen, was langfristig zu unbefriedigenden Ergebnissen führen kann. In Momenten der Schemaaktivierung erleben wir wieder wie als Kind, sehen die Welt gewissermaßen mit Kinderaugen und setzen mangels Alternativen die gewohnten Kindheitslösungen ein. Die Lösungsversuche, die in der Kindheit adäquat und die relativ bestmöglichen waren nutzen nicht die Möglichkeiten, die wir jetzt als Erwachsene haben. Daher müssen diese Lösungsversuche jetzt bewusst als begrenzend erkannt und verändert werden. Dann können die verinnerlichten Regel hinterfragt und neue, erwachsene Lösungen gefunden, die den
Grundbedürfnissen besser gerecht werden. Dies ist Aufgabe der Psychotherapie.

  

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